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Mikrotypografie im Webdesign: Warum sie wichtig ist und wo die Herausforderungen liegen

  • 18. Sept. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Mikrotypografie ist die Kunst, Texte nicht nur schön, sondern auch lesbar zu machen. Im Kreativviertel arbeiten wir täglich mit Texten und sehen, wie sehr kleine Details das Nutzererlebnis verbessern können.


1. Was wir unter Mikrotypografie verstehen

Mikrotypografie umfasst unter anderem:

  • Anführungszeichen („…“ im Deutschen, “…” im Englischen)

  • geschützte Leerzeichen (z. B. 20 °C, 12 km, § 5)

  • den richtigen Einsatz von Bindestrichen, Gedankenstrichen und Minuszeichen

  • konsistente Abstände, z. B. zwischen Zahlen und Einheiten


2. Wo wir an Grenzen stoßen

In Design-Tools wie Adobe InDesign haben wir volle Kontrolle: optischer Randausgleich, exakte Abstände, korrekte Satzzeichen. In Figma können wir viele dieser Feinheiten nur andeuten. Spätestens bei der Umsetzung im Web müssen wir eng mit Entwickler:innen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass das Ergebnis stimmt.


links das umfangreiche Menü von InDesign, rechts wenig Einstellungsmöglichkeiten in Figma


3. Warum das wichtig ist

1. Bessere Lesbarkeit

  • Korrekte Anführungszeichen, Abstände und Trennungen machen Texte ruhiger und flüssiger.

  • Geschützte Leerzeichen verhindern unschöne Umbrüche (z. B. bei 20 °C oder § 5).

  • Gedankenstriche und typografisch korrekte Apostrophe erleichtern das Erfassen von Inhalten.


2. Höhere Professionalität

  • Saubere Mikrotypografie wirkt wie gutes Handwerk – sie signalisiert Sorgfalt und Qualität.

  • Gerade bei Unternehmens- oder Markenauftritten stärkt sie die Glaubwürdigkeit.


3. Konsistenz über alle Medien hinweg

  • Einheitliche Regeln für Zitate, Maßeinheiten und Abstände schaffen ein harmonisches Gesamtbild.

  • Das Corporate Design wird konsistenter wahrgenommen.


4. Bessere User Experience

  • Weniger kognitive Reibung: Nutzer:innen müssen nicht zweimal lesen, um etwas zu verstehen.

  • Ein klarer, gut gesetzter Text lenkt die Aufmerksamkeit auf den Inhalt, nicht auf typografische Fehler.


5. Internationale Verständlichkeit

  • Korrekte Verwendung von Satzzeichen und Einheiten verhindert Missverständnisse, besonders in mehrsprachigen Projekten.


6. Längere Verweildauer & geringere Absprungrate

  • Lesefreundliche Inhalte werden eher bis zum Ende konsumiert.

  • Texte wirken weniger anstrengend und laden zum Weiterlesen ein.


4. Unser Wunsch

Unser Wunsch: Weniger Typo-Limits und mehr Kontrolle über Mikrotypografie, die nahtlos auch im Frontend realisiert werden kann. Wir würden uns wünschen, dass Design-Tools wie Figma mehr Möglichkeiten bieten, typografische Feinheiten anzupassen. Webdesign sollte qualitativ genauso hochwertig aussehen dürfen wie Print. Das würde nicht nur eine bessere Lesbarkeit ermöglichen, sondern auch für ein konsistenteres Endergebnis sorgen.


Fazit:

Mikrotypografie ist kein Luxus, sondern Teil einer guten UX. Mit den richtigen Tools und ein wenig Aufmerksamkeit können wir dafür sorgen, dass Texte nicht nur korrekt aussehen, sondern auch angenehm zu lesen sind.

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